Im März ist Endometriose Awareness Month. Endometriose betrifft in Deutschland rund zwei Millionen Menschen mit Gebärmutter. Trotz weltweit hoher Zahlen wird die chronische Erkrankung häufig nicht erkannt oder als „normale“ Regelschmerzen verharmlost. Im Durchschnitt vergehen etwa 7,5 Jahre bis zur Diagnose. Das liegt auch an der Vielschichtigkeit der Erkrankung: Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, verschiedene Organe betreffen und dadurch schwer einzuordnen sein – Fehldiagnosen sind keine Seltenheit.
Bei Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, im Darm oder im Bauchraum. Die Symptome sind vielfältig: von starken Menstruationsschmerzen und Entzündungen bis hin zu chronischen Beschwerden und eingeschränkter Fruchtbarkeit. Viele Betroffene kämpfen zusätzlich mit Migräne, Erschöpfung sowie psychischen Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen.
Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Das Bewusstsein für die Erkrankung nimmt zu. Laut aktuellem Barmer-Arztreport hat sich die Zahl der Diagnosen in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt – von 230.000 auf über 510.000. Ein wesentlicher Grund dafür ist die verbesserte und frühere Diagnostik. So ist das Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose von 41 Jahren auf 37,4 Jahre gesunken – Luft nach oben bleibt, da das Diagnosealter weiter hoch ist.
Die Aufklärung bleibt entscheidend: Symptome müssen ernst genommen und individuell passende Therapien ermöglicht sowie erforscht werden, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. |